Es scheint, dass der russische Präsident die Friedensgespräche absichtlich hinauszögert. Laut einem Bericht hat Putin die führenden Köpfe der russischen Wirtschaft darüber informiert, dass ein schneller Frieden nicht zu erwarten sei.
Aktuell führt Russland offenbar Verhandlungen nach der Formel: Wir streben Frieden in der Ukraine an, aber … Selbst diese Aussage ist fragwürdig. Selbst wenn man Putin einen gewissen Willen zum Frieden zugesteht, fällt auf, dass die russische Seite unaufhörlich auf Bedingungen besteht, die bislang nicht erfüllt wurden. Sie sind nur bereit, auf kleine Zugeständnisse einzugehen, wie etwa das Stoppen von Angriffen auf bestimmte Energieinfrastrukturen, was offensichtlich in ihrem eigenen Interesse liegt, da kürzlich viele russische Öllager durch ukrainische Drohnenangriffe in Brand gesteckt wurden.
Ein umfassender Waffenstillstand oder gar ein echtes Friedensabkommen in der Ukraine könnte also noch lange auf sich warten lassen. Berichten zufolge hat Putin einem ausgewählten Personenkreis kürzlich mitgeteilt, dass der Verhandlungsprozess viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Dies berichten die Journalisten Farida Rustamova und Maxim Tovkaylo in ihrem Newsletter Faridaily, der sich auf die Berichterstattung über den Kreml spezialisiert hat. Beide haben zuvor für renommierte Publikationen wie die New York Times, The Daily Telegraph und Forbes geschrieben und verfügen über umfangreiche Netzwerke.
Am 18. März hatte Putin laut Faridaily ein Treffen mit einflussreichen Wirtschaftsvertretern abgehalten, bei dem hinter verschlossenen Türen Themen wie der Ukraine-Konflikt und die Beziehungen zu den USA besprochen wurden. Für viele Anwesende war es eine seltene Gelegenheit, Einblicke in den Verlauf der Verhandlungen mit den USA und die Aussichten auf Frieden in der Ukraine zu gewinnen.
Die Journalisten von Faridaily haben mit Teilnehmern des Treffens gesprochen. Putin machte deutlich, dass jeder Friedensprozess langwierig sein würde und er keinen Erfolg bei den Gesprächen garantieren kann. Die Verhandlungsstrategie des russischen Präsidenten erscheine einfach: Er glaube, Trump gut einschätzen zu können und sei überzeugt, dass er den Krieg zu Russlands Bedingungen beenden könne. Eine Quelle, die über die Verhandlungen informiert ist, äußerte jedoch, dass Putin auch bereit sei, einen jahrzehntelangen Krieg zu führen, in der Hoffnung auf einen Zusammenbruch der Ukraine.
Putins jüngster Vorschlag sieht vor, dass die Ukraine, die von seinen Truppen angegriffen wurde, unter die Verwaltung der Vereinten Nationen gestellt wird. Ziel sei es, demokratische Wahlen durchzuführen. Die neue Regierung soll dann einen Friedensvertrag aushandeln, ohne dass ein konkreter Zeitrahmen genannt wurde.
Diese Forderung bedient zwei zentrale Propagandathemen des Kremls: Erstens, dass die Ukraine ein gescheiterter Staat sei, der von nationalsozialistischen Kräften beherrscht werde, und zweitens, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach dem Ablauf seiner Amtszeit im letzten Jahr kein Mandat mehr besitze. Juristen in der Ukraine argumentieren jedoch, dass das Kriegsrecht die Verlängerung seiner Vollmachten legitimiert.